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Parkour: Alles über den Trendsport und wie du damit anfängst

eine Gruppe von Menschen macht Parkour
Content Editor & Fitnesstrainerin
Lisa ist studierte Journalistin, lizensierte Fitness- und Gesundheitstrainerin und Meditationscoach. Sie hat viele Jahre für verschiedene Lifestyle- und Fitnessmagazine gearbeitet, hier schreibt sie Artikel aus den Bereichen Workout, Fitness, Lifestyle & Mind.

Über Mauern springen, auf schmalen Vorsprüngen balancieren und Hauswände emporklettern: Parkour-Läufer überwinden jedes Hindernis mit Leichtigkeit und Anmut. Die Trendsportart Parkour ist anspruchsvoll, aufregend und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Du würdest sie gerne einmal ausprobieren? Erfahre hier, was genau dahintersteckt, wie gefährlich die Fortbewegungsart ist und wie du auch ohne Vorerfahrung damit anfangen kannst.

Was ist Parkour?

Parkour, auch “Le Parkour” oder abgekürzt PK, ist eine Sportart, bei der man sich ohne Hilfsmittel über Hindernisse wie Geländer, Treppen, Mauern und Häuser von A nach B bewegt. Ziel ist es, möglichst effizient und kraftsparend sein Ziel zu erreichen. Deshalb wird die Sportart auch “Kunst der effizienten Fortbewegung” genannt.

Die Parkour-Läufer, auch als Traceure bezeichnet, kombinieren dafür unterschiedliche Bewegungsformen wie Klettern, Springen und Laufen miteinander. Alles ist erlaubt, solange ausschließlich die Kraft des eigenen Körpers genutzt wird. Im Fokus stehen der Bewegungsfluss und die Bewegungskontrolle.

Seinem Ursprung nach wird Parkour im offenen Gelände, zum Beispiel mitten in der Stadt, ausgeübt. Inzwischen gibt es aber auch spezielle Parkour-Hallen. Die Sportart ist sehr anspruchsvoll. Sie verlangt sowohl Kraft als auch Kondition, Balance und Koordination vom Traceur.

Parkour ist mehr als eine Sportart. Traceur-Profis sehen darin eine Kunstform. Außerdem ist es eine Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und gemeinsam, ganz ohne den Wettbewerbsgedanken, Hindernisse zu überwinden. Der Sinn für die Gemeinschaft wird beim Parkour großgeschrieben.

Entwickelt wurde diese besondere Form der Fortbewegung vom französischen Soldaten Raymond Belle und dessen Sohn David Belle in den 1980er Jahren. Diverse Spielfilme, Dokumentationen und Werbespots haben Parkour seit den 1990er Jahren weltweit bekannt gemacht.

Was trainiert man mit Parkour?

Parkour ist ein anspruchsvolles Ganzkörpertraining. Es kombiniert Elemente vieler verschiedener Sportarten wie Laufen, Calisthenics, Mobility Training und Klettern. Kaum ein Muskel bleibt beim Springen über Mauern, Erklimmen von Hauswänden und Balancieren über Geländer verschont.

Du bist ständig in Bewegung und musst sowohl Kraft als auch Ausdauer und Beweglichkeit aufbringen, um effizient über die diversen Hindernisse von A nach B zu kommen. Daneben verbessert Parkour die Koordination, deinen Orientierungssinn, das strategische Denken sowie das Konzentrationsvermögen. Du lernst, dich zu fokussieren und bekommst ein gutes Gespür für Höhen und Distanzen.

Außerdem verbesserst du deine Selbstdisziplin und Selbsteinschätzung. Jeder bewegt sich individuell und entsprechend seinen Fähigkeiten sowie in seinem Tempo. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Hauptsache ist, du kennst deine körperlichen Grenzen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die soziale Komponente: Parkour ist seinem Ursprung nach kein Wettkampfsport. Jeder bewältigt die Strecken zwar für sich, beim Training triffst du aber auf Gleichgesinnte und ihr tüftelt gemeinsam die effizientesten Routen aus.

Eine Frau macht Parkour in der Stadt
©Hans Neleman

Wie gefährlich ist Parkour?

Profi-Traceure erklimmen Hauswände und springen von einem Dach zum nächsten, in schwindelerregenden Höhen. Die Aktionen von Parkour-Läufern in Filmen wirken todesmutig. Hindernisläufe in der Stadt, wo es keine Absicherungen gibt, bergen definitiv ein Risiko. Immerhin kann jeder Fehltritt Verletzungen nach sich ziehen. Grundsätzlich aber hat jeder Läufer den Schwierigkeitsgrad und das Tempo selbst in der Hand. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist, dass du deine Fähigkeiten sowie Höhen und Distanzen gut einschätzen kannst.

Hinzu kommt: Parkour ist nicht auf den Wettkampf ausgerichtet. Weder die Uhr noch der Gegner kämpfen gegen dich, so dass du dir Zeit lassen und dich langsam an Hindernisse herantasten kannst. Auch das minimiert das Risiko für Verletzungen.

Zudem ist man beim Parkour in der Regel selten allein unterwegs. Die Gruppe ist da, um aufeinander aufzupassen und einzugreifen, wenn sich jemand einmal zu überschätzten droht.

Inzwischen gibt es zudem Parkour-Hallen, wo man alle Bewegungsabläufe von Grund auf trainieren kann. Hier sorgen Absicherungen, etwa durch Matten, dafür, dass das Verletzungsrisiko äußerst gering ist. Und: Je besser du in der Halle wirst, desto sicherer fühlst du dich später auch im freien Gelände.

Für wen eignet sich Parkour?

Parkour ist für jeden etwas, der auf der Suche nach einer anspruchsvollen Sportart ist, bei der er seine Grenzen austesten kann. Du solltest eine gute Grundfitness mitbringen und Interesse daran haben, in der Gemeinschaft zu trainieren. Parkour verlangt jede Menge Disziplin und Verantwortungsgefühl – sowohl für dich als auch für deine Mitstreiter.

Wenn du bereits Bodyweight Training, Calisthenics, Weightlifting oder Klettern ausprobiert hast und neue Herausforderungen suchst, könnte Parkour genau das Richtige für dich sein.

Ein Mann springt über die Mauer
©Westend61

Parkour lernen: Tipps für Anfänger

Du hast Lust, selbst einmal zum Hindernisläufer zu werden und Parkour zu beherrschen wie die Cracks? Dann solltest du nicht länger warten und deine Komfortzone verlassen. Der Sport kann auf Neulinge einschüchternd wirken. Darum haben wir hier ein paar Tipps für dich, die dir den Einstieg erleichtern:

  1. Suche dir eine Parkour-Gruppe: Wenn es keine Parkour-Halle in deiner Nähe gibt, schau einfach mal im Internet oder in den sozialen Medien nach Gleichgesinnten. Sie können dir die besten Routen zeigen und ihre Tricks an dich weitergeben.
  2. Trainiere Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit: Es lohnt sich, wenn du bereits ein paar Grundlagen beherrscht, bevor du deinen ersten Parkour bewältigst. Trainiere regelmäßig deine Kraft und Ausdauer sowie deine Beweglichkeit, zum Beispiel mit Joggen, Krafttraining oder Calisthenics und Mobility Training. Auch Balance Training ist eine gute Ergänzung.
  3. Starte langsam und erkenne deine Grenzen an: Auch wenn Parkour in Hallen relativ sicher ist, solltest du das Verletzungsrisiko nicht unterschätzen. Lass dir Zeit, um im Laufe des Trainings Höhen, Distanzen und Gefahren sowie deine eigenen Fähigkeiten gut einschätzen zu lernen.
  4. Wärme dich auf: Damit deine Sehnen, Bänder, Gelenke und Muskeln im Parkour-Training nicht unnötig überlastet werden, solltest du immer mit einem guten Warm-up starten.
  5. Sorge für Regeneration: Parkour ist anspruchsvoll und fordert den gesamten Körper. Sorge deshalb für ausreichend Regeneration – durch genügend Schlaf, aktive Erholung und die richtige Nährstoffzufuhr, zum Beispiel mit unseren Recovery Aminos.
  6. Ernähre dich ausgewogen: Eine protein- und kohlenhydratreiche Ernährung ist das Fundament für deinen Erfolg als Traceur. Wenn dir für eine ausgewogene, gesunde Ernährung schlicht die Zeit fehlt, ist ein Whey Protein Shake die ideale Unterstützung für dich und deine Zellen.

Diese Sportarten könnten dir auch gefallen

Du suchst eine Alternative zu Parkour? Dann könnte eine dieser Trendsportarten dir gefallen:

Freerunning

Freerunning ähnelt Parkour. Auch hier werden auf kreative Art und Weise Strecken zurückgelegt und dabei Hindernisse überwunden. Es geht jedoch weniger um die Effizienz und den Bewegungsfluss, sondern vielmehr um Tricks wie Salto, Handstand und Co..

Tricking

Tricking ist eine Variante des Freerunning, nur ohne Hindernisse. Hier ist reiner Körpereinsatz gefragt. Es stehen Tricks wie Salto, Schrauben, Sprünge und Drehungen in Verbindung mit Kampfsportelementen im Fokus.

Hindernislauf

Klassischer Hindernislauf ist eine Leichtathletik-Disziplin. Dabei überwinden Sportler auf einer vorgegebenen Laufstrecke Hindernisse, um ans Ziel zu kommen. Darüber hinaus gibt es auch freie Extrem-Hindernisläufe mit Klettergerüsten, Kriech- und Tauchstrecken oder Reifenparkouren. Bekannt sind solche Läufe unter anderem als “Mud Runs” – Wettkämpfe, bei denen durch Schlamm gewatet und verschiedene Hindernisse überwunden werden.

Fazit

  • Parkour ist eine Trendsportart, bei der man nur mit der eigenen Körperkraft Hindernisse überwindet, um möglichst effizient von A nach B zu kommen.
  • Parkour-Läufer bzw. Traceure bewegen sich in der Stadt oder in einer speziellen Parkour-Halle kletternd, laufend und springend fort.
  • Der Sport ist ein Ganzkörpertraining, das vor allem die Kraft, Ausdauer, Mobilität, Koordination und Konzentration fördert.
  • Das Verletzungsrisiko ist beim Parkour vergleichsweise hoch, wird jedoch gemindert, wenn man seine Fähigkeiten richtig einschätzt und in der Gruppe trainiert. In Parkour-Hallen reduzieren Sicherheitsmaßnahmen das Risiko.
  • Parkour ist ein anspruchsvoller Sport. Eine gute Grundfitness ist von Vorteil, wenn man damit anfangen will. Außerdem sollte man sich eine Gruppe suchen, der man sich anschließen kann.
Artikel-Quellen
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