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Surfen lernen: 11 Tipps für deinen Einstieg ins Wellenreiten

Eine Frau läuft am Strand und hält ein Surfbrett
Content Editor & Fitnesstrainerin
Lisa ist studierte Journalistin, lizensierte Fitness- und Gesundheitstrainerin und Meditationscoach. Sie hat viele Jahre für verschiedene Lifestyle- und Fitnessmagazine gearbeitet, hier schreibt sie Artikel aus den Bereichen Workout, Fitness, Lifestyle & Mind.

Sommer, Sonne, Strand und Surfen: Kaum ein Sport lockt so viele Menschen aufs Meer wie Wellenreiten. Du hast auch Lust, auf dem Weißwasser zu gleiten oder deine erste grüne Welle zu nehmen? Dann sind unsere zehn Tipps für dich Gold wert.

Surfen lernen: 11 Tipps für Anfänger

#1 Die Ausrüstung beim Surfen

Wenn du Surfen lernen willst, brauchst du natürlich ein gutes Surfboard, das für Anfänger geeignet ist, sowie passende Kleidung. Idealerweise besuchst du eine Surfschule oder einen -shop und leihst dir dort das Equipment aus. Damit du vor Ort sofort weißt, was du brauchst, stellen wir dir hier die Grundausrüstung für Surfer vor:

  1. Surfboard: Wie du dir denken kannst, gibt es verschiedene Boards, die unterschiedlich gut Tempo aufnehmen und manövrierfähig sind. Für Anfänger sind Longboards mit runder Nase, auch Malibu genannt, am besten geeignet. Sie bieten den meisten Auftrieb und lassen sich deshalb besonders easy paddeln. Wenn du schon etwas Erfahrung hast, kannst du auf ein Mini-Malibu umsteigen. Fortgeschrittene surfen meist auf Hybridboards oder Funboards. Profis, die möglichst wendig in den Wellen sein wollen, nutzen in der Regel Shortboards.
  2. Leash: Die Leash ist deine Sicherung, wenn du mal vom Board springst oder fällst, was am Anfang häufig vorkommen wird. Die Plastikschnur verbindet dein Bein mit dem Surfboard. Sie wird am Knöchel fixiert und ist am Ende des Bretts befestigt. Die Leash sollte etwas länger als dein Board sein.
  3. Neoprenanzug: Zu Beginn kannst du dir einen Neo im Surfshop ausleihen. Er ist ein Muss für Surfer, denn selbst bei top Wetter kann es in den Wellen auf Dauer kalt werden. Der Anzug aus Neopren schützt dich außerdem vor starken Sonnenstrahlen.
  4. Surfschuhe: Je nach Surfrevier kann es sinnvoll sein, zusätzlich zum Neoprenanzug Surfschuhe zu tragen. Sie schützen vor Kälte, sorgen für Halt und verhindern zudem, dass dich Seeigel oder andere stachelige Bodentiere verletzen.
  5. Sonnencreme: Last but not least, die Sonnencreme. Selbst bei bewölktem Himmel hat die Sonne ordentlich Power. Du solltest dich deshalb vor den schädlichen UV-Strahlen, die zusätzlich vom Wasser reflektieren, schützen.

#2 Den richtigen Surfspot wählen

Du bist mit Board und Co. ausgestattet, eingecremt und willst ab aufs Wasser? Nicht so schnell! Erstmal solltest du dir den besten Surfspot auswählen. Blicke dich vom Ufer aus einmal um: Wo sitzen die Surfer auf ihren Boards und warten auf die perfekte Welle? Hier ist das Profi-Revier. Für dich ist zunächst eine Einstiegsstelle optimal, an der gerade eine Surfschule ihren Kurs abhält oder wo andere Anfänger im Weißwasser üben. Du solltest zu Beginn nur rausgehen, wenn weitere Wellenreiter auf dem Wasser sind, an denen du dich orientieren kannst.

Extra-Tipp: Für Anfänger ist Ebbe die beste Zeit, um Surfen zu lernen. Bei Niedrigwasser sind die Wellen in der Regel sanfter und laufen länger.

Ein Surfer reitet eine Welle
©ianmcdonnell

#3 Gefahren einschätzen

Surfen ist ein riskanter Wassersport. Im Meer lauern einige Gefahren, die du bereits als Anfänger gut einschätzen lernen solltest. Die Kraft des Meeres ist nicht zu unterschätzen. Auf folgende Dinge solltest du achten:

  • Riffe und Felsen: Schlägst du mit dem Board auf Stein, kann das übel ausgehen. Halte dich von Riffen und Felsen deshalb fern.
  • Strömungen: Sie sind besonders tückisch, da du sie mit bloßem Auge nicht zwangsläufig siehst. Strömungen können dich in gefährliche Zonen, gegen Hindernisse oder raus aufs Meer ziehen. Orientiere dich an anderen Surfern oder frage Locals, wo die Strömungen verlaufen. Erwischt dich mal ein Rückstrom, verhalte dich ruhig und schwimme seitlich aus der Strömung heraus.
  • Brandung: Je unruhiger das Meer und je größer die Wellen, desto heikler ist die Lage. Folgen die Wellen schnell aufeinander ist ebenso Obacht geboten. Beobachte die Lage zunächst, bevor du dich weiter raus wagst.
  • Wipe-Out: Beim Fallen vom Surfboard, auch Wipe-Out genannt, kannst du leicht gegen dein eigenes Board prallen oder dich in der Leash verheddern. Orientiere dich möglichst schnell, sobald du auftauchst und sichere dein Board.
  • Andere Wassersportler: Du wirst nicht allein auf dem Wasser sein. Es kann auf dem Meer leicht zu Zusammenstößen mit Surfern, Kajakfahrer oder Schwimmern kommen. Sei stets achtsam und verhalte dich vorausschauend und respektvoll.
  • Tiere: Informiere dich vor deinem ersten Surfgang bei Locals oder im Surfshop über die örtlichen Meeresbewohner. Giftige Quallen, Seeigel, Rochen, Seeschlange oder Petermännchen sind Gefahren, die du kennen solltest.
  • Kälte: Nicht zu unterschätzen ist die Wassertemperatur. Kälte kann den Körper stark erschöpfen, weshalb du unbedingt einen Neoprenanzug tragen und die Zeit auf dem Wasser begrenzen solltest. Lieber zwischendurch Pausen machen, am Strand aufwärmen und später noch mal aufs Wasser gehen.

#4 Wärme dich auf, bevor du aufs Wasser gehst

Surfen ist ein herausforderndes Ausdauer- und Krafttraining, das besonders deine Schultern, Brust und Oberschenkel fordert. Stelle dir einfach mal vor, du machst non stop Burpees auf instabilem Grund – oh yes! Wärme dich deshalb vor einer Surfsession am Strand auf, um deine Gelenke, Bänder und Muskeln auf die Belastung vorzubereiten. Ein gutes Warm-up für Surfer sind zum Beispiel diese Mobility Übungen und Jumping Jacks.

Unser Tipp: Surfen ist eine anspruchsvolle Sportart, die dir viel Energie abverlangt. Du bist auf der Suche nach einem Snack, der dir Kraft gibt und eine hohe Nährstoffdichte hat? Da haben wir genau das Richtige für dich! Unsere Nüsse & Beeren Mischung ist ideal zum Mitnehmen und 100% Bio. Was will man mehr?

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#5 An Land und im Weißwasser üben

Dein Ziel ist das Wellenreiten. Doch bevor du dich weiter raus ins Line-Up wagst, solltest du dich mit dem Brett und dem Wasser vertraut machen. Übe deshalb zunächst trocken an Land und dann vorne im Weißwasser. Das ist der Bereich, in dem die Wellen bereits gebrochen sind und das schaumige weiße Wasser Richtung Ufer strömt. Je nach Surfgebiet und aktueller Wetterlage hat das Weißwasser genügend Power, um dich anzuschieben. Drehe die Nase des Bretts Richtung Strand, so dass die Welle frontal von hinten kommt. Lege dich auf dein Board, paddle an und lasse dich gleiten. Wenn das gut funktioniert, kannst du erste Stehversuche im Weißwasser machen.

Mehr dazu unter Punkt #10 Auf dem Surfboard stehen.

Unser Tipp: Longboard fahren und Skateboarden sind gute Sportarten, um die Grundtechniken des Surfens zu üben!

#6 Richtig paddeln lernen

Surfen bedeutet vor allem eines: Paddeln! Um möglichst schnell und energieeffizient im Line-Up anzukommen, solltest du dir schnell die richtige Paddeltechnik aneignen. So geht’s:

  1. Lege dich mittig aufs Surfbrett, so dass deine Füße gerade über das Ende des Boards herausragen.
  2. Baue Körperspannung auf und richte den Oberkörper etwas auf, ähnlich wie bei der Kobra im Yoga.
  3. Dein Blick geht auf einen Punkt im Wasser vor dir.
  4. Tauche erst die Finger im 45-Grad-Winkel, dann die Arme im Wechsel tief unter Wasser und ziehe die Hände mit Kraft von der Nase des Boards bis etwa auf Brusthöhe.
  5. Führe auf diese Weise lange, kraftvolle Paddelzüge aus. Atme dabei gleichmäßig ein und aus.
Eine Frau paddelt auf einem Surfbrett
©Carina Koenig EyeEm

#7 Unter Wellen durchtauchen

Beim Rauspaddeln musst du einige Wellen überwinden. Damit dich die Brandung nicht direkt wieder an den Strand spült, musst du ihr ausweichen. Paddle schnell und frontal auf eine Weißwasserfront zu. Bei kleinen Wellen kannst du dich in eine Liegestütz-Position hochdrücken. Halte dich dafür an den Seiten des Boards fest und presse die Brust nach oben. Sind die Wellen größer, drücke die Nase des Boards unter Wasser und tauche unter der Front hindurch.

Wichtig: Paddle niemals direkt hinter einem anderen Surfer her. Wird der Vordermann von einer Wasserlawine umgeworfen, kann es leicht zu gefährlichen Zusammenstößen kommen.

#8 Die perfekte Welle aussuchen

Angekommen im Line-Up? Dann Augen auf, um die perfekte Welle zu erwischen. Darauf solltest du achten, um herauszufinden, ob es sich lohnt, sie anzupaddeln:

  • Die Welle ist noch nicht gebrochen.
  • Die Welle ist nicht zu flach und nicht zu steil.
  • Die Welle hat einen erkennbaren Peak – das ist der Punkt, an dem sie zu brechen beginnt.
  • Du befindest dich auf Höhe des Peaks.
  • Du hast keine oder kaum Konkurrenz auf dem Wasser. Es sollten nicht schon mehrere Surfer dabei sein, die Welle anzupaddeln.

Mache dir zu Beginn nicht allzu viele Gedanken über die perfekte Welle. Mit der Zeit wirst du ein gutes Gefühl dafür bekommen. Bis dahin gilt: Übung macht den Meister.

#9 Die Welle angleiten

Ready for Take-Off? Richte dein Brett zum Anpaddeln im rechten Winkel zur Welle aus. Nimm eine stabile Ausgangsposition auf dem Brett ein, baue Körperspannung auf und beginne mit kräftigen Paddelzügen, sobald die Welle nur noch wenige Meter entfernt ist. Ziel ist es, dass du das gleiche Tempo hast wie die nahende Welle. Sobald du spürst, dass die Welle dich erfasst hat, mache noch zwei bis drei Paddelzüge und drücke die Brust etwas weiter nach oben, um deinen Take-Off vorzubereiten.

#10 Auf dem Surfboard stehen

Das Aufstehen auf dem Surfboard wird auch Pop-Up genannt. Du solltest den Bewegungsablauf zunächst an Land und später im Weißwasser üben, so dass du das Aufstehen aus dem Effeff beherrschst.

Tipp: Finde zunächst heraus, welcher Fuß beim Stehen vorne ist. Schließe deine Augen und lasse dich nach vorne fallen. Der Fuß, mit dem du einen Ausfallschritt machst, um dich vor dem Fallen zu schützen, ist dein Führfuß und steht vorne auf dem Board. Ist dein linker Fuß der führende, nennt man das in der Szene “regular”, ist der rechte Fuß der vordere, sagt man “goofy”.

  1. Paddle so lange, bis du spürst, dass dein Brett von der Welle erfasst wird.
  2. Schaue immer in Fahrtrichtung (nicht zum Ufer!), platziere die Hände auf Brusthöhe flach auf dem Board und drücke dich nach oben in ein Hohlkreuz.
  3. Ziehe deinen Führfuß nach vorne, presse die Handflächen und den hinteren Fuß fest ins Board und bringe den vorderen Fuß zwischen die Hände.
  4. Stehe langsam auf und nutze die Arme, um die Balance zu halten.
  5. Weiterhin in Fahrtrichtung schauen und die Knie leicht beugen.

#11 Vom Surfboard fallen

Auch das Fallen vom Board, Wipe-Out genannt, sollte geübt sein. Denn dieses “Manöver” wird dir beim Surfen häufig widerfahren. Um Verletzungen zu vermeiden, bewahre in erster Linie Ruhe. Lasse dich flach ins Wasser stürzen und halte die Arme schützend über den Kopf. Wenn du kräftig durchgewirbelt wirst, entspanne deine Muskulatur und lasse dich an die Oberfläche treiben. Bloß keine Panik schieben! Orientiere dich nach dem Auftauchen kurz, sammle dein Surfboard ein und paddle erneut raus, ohne andere Surfer zu behindern.

Fazit

  • Für Einsteiger eignet sich ein Longboard mit viel Volumen. Zur Grundausrüstung für Surfer gehören außerdem eine Leash, ein Neoprenanzug und optional Surfschuhe. Plus: Sonnencreme auftragen.
  • Vor den ersten Surfversuchen zunächst an Land das Paddeln und Aufstehen trocken üben. Dann im Weißwasser ein Gefühl fürs Brett bekommen.
  • Idealerweise surft man als Anfänger dort, wo auch andere Beginner üben oder du fragst in einem Surfshop nach dem besten Spot.
  • Beim Surfen lauern Gefahren, die man im Blick haben muss: Strömungen, die Brandung, Riffe und Felsen, gefährliche Tiere, Zusammenstöße mit anderen Surfern oder dem eigenen Board und Kälte.
  • Nicht die Geduld und den Spaß verlieren. Fürs Surfen muss man ein Gefühl bekommen, das geht nicht von heute auf morgen.
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