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Bitterstoffe – bittere Lebensmittel für eine gesunde Verdauung

risotto mit radicchio in einer bowl
Content Editor & Ökotrophologin
Als studierte Ökotrophologin hat Alisa ihre Studienzeit in Hörsälen und Laboren verbracht, um die physiologischen, psychologischen und sozialen Voraussetzungen für einen gesunden und leistungsfähigen Körper zu verstehen.

Die frisch aufgebrühte Tasse Kaffee, das Knuspermüsli mit Joghurt und Grapefruit, das Stück dunkle Schokolade – einige Lebensmittel kommen mit einem bitteren Geschmack daher. Der Grund dafür sind natürliche Bitterstoffe. Was genau sind Bitterstoffe? Welche Wirkung haben sie im menschlichen Körper? Und können sie Heißhunger entgegenwirken und beim Abnehmen helfen? Wir haben die wichtigsten Informationen rund um das Thema Bitterstoffe für dich zusammengetragen.

Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe umfassen alle chemischen Verbindungen, die auf der Zunge eine bittere Geschmackswahrnehmung auslösen. Die bitter schmeckenden Substanzen lassen sich keiner spezifischen Stoffgruppe zuordnen, da sie unterschiedliche Grundstrukturen haben können. Sie kommen natürlicherweise in Pflanzen vor, werden aber auch synthetisch hergestellt. Bitterstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln können unter anderem Peptide und Salze, Phenole und Polyphenole, Flavonoide oder Koffein enthalten (1).

Pflanzen bilden bittere Verbindungen, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die Bitterstoffe können ein Indiz dafür sein, dass es sich bei der Pflanze um eine für den Menschen giftige Pflanze handelt. Bei vielen Pflanzen ist die Menge des Giftes so gering, dass diese zwar bitter schmecken, jedoch nicht gefährlich sind (2).

Fun Fact: Die Zunge ist mit unzähligen Geschmacksrezeptoren ausgestattet. Dabei kann jede Geschmacksqualität – süß, sauer, salzig, bitter, umami – in jedem Teil der Zunge wahrgenommen werden. Nur die Empfindung für Bitterstoffe ist am Zungengrund stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen (3).

Studien deuten außerdem darauf hin, dass die Übertragung des bitteren Geschmacks von chemischer Verbindung zu chemischer Verbindung unterschiedlich sein kann (1). Das bedeutet, dass eine Person ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker sein kann, Chicorée aufgrund des bitteren Geschmacks jedoch ablehnt.

Die Wirkung von Bitterstoffen

Was uns wirklich interessiert: Was passiert im Körper, wenn wir Bitterstoffe aufnehmen? Ernährungsexperten sind sich einig darüber, dass die Aufnahme von Bitterstoffen gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Besonders die Verdauung kann von bitteren Stoffen profitieren. Wie genau?

  1. Der bittere Geschmack auf der Zunge regt die Produktion des Magen- und Gallensaftes an. Diese Verdauungssäfte fördern die Zersetzung der Nahrung in ihre wertvollen Bestandteile, die im Darm schneller und besser aufgenommen werden können.
  2. Die Aktivität der Bauchspeicheldrüse wird durch die Aufnahme bitterer Lebensmittel erhöht. In den Beta-Zellen der Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Insulin gebildet, das den Blutzuckerspiegel reguliert.
  3. Eine gesunde Verdauung ist essentiell für die Abwehrkräfte. Bitterstoffe unterstützen die normale Funktion des Immunsystem. Wie das? Sobald die Bitterstoffe mit der Schleimhaut des Verdauungstraktes in Berührung kommen, ziehen sich diese zusammen, um sich dann wieder auszudehnen. Dieser Prozess begünstigt das Ausscheiden und den Abtransport von Bakterien und Viren.

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Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?

Die Frage, ob Bitterstoffe beim Abnehmen helfen, wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend untersucht. Es ist bekannt, dass die Bitterstoffe die Verdauung anregen und für ein schneller einsetzendes Sättigungsgefühl sorgen. Die logische Schlussfolgerung: Mahlzeiten werden frühzeitig beendet und überschüssige Kalorien eingespart.

Daneben genießen Bitterstoffe den Ruf, Heißhunger entgegenzuwirken bzw. zu stillen.

Nach einer herzhaften Mahlzeit signalisiert dir dein Körper den Wunsch nach einem süßen Nachtisch? Greife beim nächsten Mal zu einem Stück Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil und finde heraus, ob dein Süßhunger schwindet.

Eins ist klar: Eine erhöhte Aufnahme an Bitterstoffen allein führt zu keinem gesunden Gewichtsverlust. Um abzunehmen solltest du mit deiner täglichen Ernährung weniger Kalorien aufnehmen, als du verbrauchst. Wir empfehlen dir immer ein moderates Kaloriendefizit von 300 bis 500 Kalorien für langfristigen Erfolg. Möchtest du dein Wohlfühlgewicht erreichen, solltest du eine Ernährungsweise finden, die dir schmeckt und gut tut. Carb Cycling, mediterrane Ernährung, Primal Eating, vegane Ernährung – bei uns findest du umfangreiche Beiträge zu beliebten Ernährungsweisen.

Lebensmittel und Rezepte

Natürliche Bitterstoffe kommen ausschließlich in Pflanzen vor. Hier findest du eine Übersicht pflanzlicher Lebensmittel, die bittere Verbindungen enthalten.

Obst Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo
Gemüse Chicorée, Radicchio, Mangold, Kohlsprossen, Endiviensalat, Brokkoli Artischocken, Rucola, Rosenkohl
Genussmittel Kaffee, Kakao, schwarzer und grüner Tee, Rotwein
Kräuter und Gewürze Ingwer, Kurkuma, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Nelken, Wacholder

 

Beifuß, Galgant, Kerbel, Wermut, Bockshornklee

Wildkräuter Löwenzahn, Brennnessel, Sauerampfer, Gänseblümchen, Giersch, Knoblauchrauke, Hopfen, Gundermann

Dürfen wir vorstellen? Unsere Sparkling Aminos mit echtem Grapefruitsaftkonzentrat. Jede Dose gleicht einem prickelnden Energiekick aus BCAA, Grapefruit und Guarana.

Du liebst Süßes und Saures, aber bitter schmeckt dir nicht? Mit diesem Empfinden bist du nicht alleine. Wir wissen bereits, dass ein stark bitterer Geschmack ein Zeichen dafür sein kann, dass es sich um eine giftige Pflanze handelt. Das trifft auf Pampelmuse, Artischocken & Co. jedoch nicht zu.

Um Menschen diese eigentlich bitteren Nahrungsmittel schmackhafter zu machen, hat die Lebensmittelindustrie den Gehalt an bitteren Stoffen in kultivierten Obst- und Gemüsesorten reduziert – Bitterstoffe wurden “herausgezüchtet”. Expertenmeinungen zufolge nehmen die meisten unter uns heutzutage nicht ausreichend Bitterstoffe mit der Ernährung zu sich.

Bedienst du dich in der Obst- und Gemüseabteilung an Produkten mit einem Bio-Siegel, wirst du feststellen, dass diese deutlich bitterer schmecken als konventionelle Waren. Das liegt daran, dass Bio-Bauern keine Pestizide verwenden. Die Obst- und Gemüsepflanzen bilden Bitterstoffe, um sich vor möglichen Fressfeinden zu schützen.

You like that bitter taste? Dann bist du hier genau richtig! Wir haben gemixt, gekocht und gebacken und für dich unsere fünf Lieblingsrezepte rausgesucht – alle mit einer gesunden Menge Bitterstoffe.

  1. Dein Kücheninventar beinhaltet einen Standmixer? Dann dreh ihn auf für einen cremigen Proteinshake mit Grapefruit. Die Zutaten: klassisches Whey Protein, kalte Milch und fruchtig-bittere Grapefruit.
    grapefruit shake
    ©foodspring

    2. Teig kneten, Teig belegen, Teig backen! Alles, was du für diese Protein Pizza mit Parmaschinken brauchst, sind ein heißer Ofen und eine halbe Stunde Zeit. Und die Bitterstoffe? Die stecken im Rucola.

    pizza parma
    ©foodspring

Du bist bisher noch kein Profi am Steinofen? Kein Problem, denn wir zeigen dir in unserem How-to-Pizza-Video wie du das Knusprigste aus deiner Protein Pizza rausholst.

  1. Die bitteren Stars unserer vegetarischen Buddha Bowl sind Brokkoli und Kurkuma. Während das grüne Gemüse zusammen mit Süßkartoffeln im Ofen backt, bereitest du bereits das cremige Joghurt-Dressing mit Kurkuma zu. Easy, right?

    bunte bowl kurkuma dressing
    ©foodspring
  2. Vegan dessert anyone? In die Rührschüssel dieses Kaffeekuchens kommen neben herben Espresso und Kakaopulver auch noch gesundes Dinkelmehl und unser Vegan Protein.

    kaffeekuchen vegan
    ©foodspring
  3. Und wenn die Rührschüssel bereits in Benutzung und der Backofen heiß ist, kannst du dich auch an dieses Rezept für Protein Brownies mit Kidneybohnen.

    kidneybohnen brownies
    ©foodspring

Bitterstoffe in der Medizin

Bitterstoffe werden aufgrund ihrer Wirkung in der Medizin eingesetzt. Arzneidrogen oder pharmazeutische Zubereitungen wie Bittertropfen, Tee oder Extrakte werden Bittermittel genannt. Die Wirksamkeit der Arzneimittel ist auch hier ausschließlich auf die bittere Geschmackswahrnehmung zurückzuführen (4). Aufgrund ihrer verdauungsfördernden Eigenschaften werden Bittermittel bei Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen angewendet.

Insider Tipp: Alle, die ihren Körper im Alltag bestens versorgen wollen, finden in unserem Shop hochwertige Nahrungsergänzungsmittel. Von Omega-3-Kapseln über Creatine Pulver bis hin zu Vitamin Drops B12, wir statten dich mit Supplements aus.

Bitterstoffe: Das Fazit

Du willst viele Informationen in kurzer Zeit? Hier findest du dich wichtigsten Fakten rund um das Thema Bitterstoffe.

  • Bitterstoffe definieren sich nicht durch ihre chemische Struktur, sondern durch ihren bitteren Geschmack. Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und kommen in der Natur vor.
  • Bitterstoffe haben einen positiven Einfluss auf die Verdauung: Sobald Bitterrezeptoren auf der Zunge angesprochen werden, werden vermehrt Verdauungssäfte ausgeschieden.
  • Aufgrund der verdauungsfördernden Eigenschaften und dem damit einhergehenden Sättigungsgefühl geht man davon aus, dass Bitterstoffe Heißhunger ausbremsen und beim Abnehmen helfen können.
  • Grapefruits und Pomelos, Chicorée, Artischocken und Rucola, Kaffee und Kakao sind Beispiele für Nahrungsmittel mit Bitterstoffen.
  • Bitterstoffe, auch in Form von Bittermitteln, werden in der Medizin für die Behandlung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Artikel-Quellen
Wir bei foodspring verwenden nur qualitativ hochwertige Quellen sowie wissenschaftliche Studien, die unsere Aussagen in Artikeln stützen. Lies hierzu auch unsere Editorial Richtlinien durch Erfahre, wie wir Fakten prüfen damit unsere Artikel immer korrekt, verlässlich und vertrauenswürdig sind.
  • (1) Drewnowski, A. (2001): The science of complexity of bitter taste, 59 (6).

  • (2) Smail, H. O. (2019): The roles of genes in the bitter taste, in: AIMS Genet., 6 (4).

  • (3) Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium, https://www.amboss.com/de/wissen/Olfaktorisches_und_gustatorisches_System [11.12.2020].

  • (4) Saller, R.; Melzer, J.; Uehleke, B.; Rostock, M. (2009): Phytotherapeutische Bittermittel, in: GanzheitsMedizin, 21 (4).

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