Reishi: Was steckt hinter dem sogenannten Vitalpilz?

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reishi ©WIN-Initiative

Hallo, Multitalent! Es gibt wohl kaum einen anderen Pilz, bei dem die Lobeshymnen so laut werden wie beim Reishi. Er trifft zwar die wenigsten Geschmacksnerven, ist dafür als natürliches Heilmittel umso beliebter und kommt in den verschiedensten Anwendungsgebieten vor. Es ist also längst an der Zeit, diesen Allrounder mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Reishi?

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist Reishi wohl jedem ein Begriff, seit tausenden von Jahren, versteht sich. Da wird sowieso liebend gerne auf verschiedene Heilpilze gesetzt, aber dieser ist ein ganz besonderer. Deswegen hat er auch den Spitznamen Vitalpilz bekommen, weil er seinen Konsumenten ein langes Leben bringen soll – wenn man den Mythen um ihn glauben will. Kein Wunder, dass Reishi in China Ling Zhi genannt wird, was übersetzt so viel wie Pilz der Unsterblichkeit bedeutet. Botanisch kennt man ihn unter Ganoderma lucidum oder als Glänzender Lackporling.

Seine Namensgebung ist schon einmal ziemlich komplex, ähnlich sieht es auch bei seiner Verbreitung aus. In Asien wird er ja schon seit einigen Jahrzehnten kultiviert, mittlerweile fühlt sich der Reishi aber fast schon weltweit zuhause, eben auch in Europa. Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei ihm um keinen typischen Speisepilz, der wie Champignons einfach in der Pfanne landet, sondern vielmehr um ein Naturheilmittel. Er ist nämlich ziemlich hart und zäh, hat einen bitteren Geschmack, dafür aber besondere innere Werte, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen.

Und wie sieht er eigentlich aus? Der Reishi ist wegen seines Hutes mit rötlich brauner Färbung, der etwas fünf bis 20 Zentimeter hoch ist und bis zu drei Zentimeter dick werden kann, ein echter Hingucker. Man findet ihn vor allem in Laubwäldern, er fühlt sich aber auch rund um Nadelhölzern und Hecken wohl.

reishi pilz
©Machacekcz

Wirkung und Anwendungsgebiete von Reishi

Reishi hat viele verschiedene Anwendungsgebiete ganz allgemein wird er eingesetzt, um Körper und Geist Power zu verleihen. Der Pilz soll sich nämlich positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken und vor Erschöpfung bewahren, was ihn wiederum auch im Sportbereich interessant macht.

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Reishi wird außerdem angewendet, um den Stoffwechsel anzuregen oder bei Schlafstörungen zu helfen. Weil er harmonisierend wirken soll, sei er angeblich der perfekte Begleiter für den Weg ins Land der Träume. Und dann soll er auch noch eine Art Beauty-Booster, genauer gesagt, ein natürliches Anti-Aging-Mittel sein. Aber das war’s noch nicht, denn dem Heilpilz wird zudem nachgesagt, einen positiven Effekt auf die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen zu haben. Demnach wird der Pilz zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet, aber auch bei chronischen Entzündungen der Leber, Nervenschwäche, Diabetes oder sogar begleitend bei der Krebstherapie.

Aber was versteckt sich eigentlich Gutes in dem Pilz, der wie kaum ein anderer so vielseitig eingesetzt wird? Tatsächlich hat er eine ausgewogene Zusammensetzung aus Vitaminen sowie wichtigen Spurenelementen und Mineralstoffen. Besonders interessant sind die enthaltenen Polysaccharide und Antioxidantien, die ja unter anderem zur normalen Funktion von Zellen beitragen.

Reishi: Bedeutung für das Immunsystem

Jedes Immunsystem kann mal schwächeln – sei es aufgrund von fehlendem Schlaf, zu wenig Bewegung, schlechter Ernährung oder anderen Faktoren. Aber wie gibt man den Abwehrkräften wieder den nötigen Kick? Wenn man einige Heilpraktiker fragt, liegt die Antwort jedenfalls für sie bereits auf der Hand: Reishi soll genau das sein, was dem Körper in solchen Fällen nach vorne bringt. Aber warum eigentlich?

Hier spielen natürlich wieder die Wirkstoffe eine tragende Rolle. Konkret sind es die Triterpenoide und Polysaccharide (besonders Beta-Glucane), die immunstimulierende Eigenschaften besitzen. Sie sollen zudem sogenannte Effektorzellen des Immunsystems aktivieren. Durch Umwege soll dann die Abwehrkraft angeregt werden.

Einnahme und Zubereitung von Reishi

Wie gesagt, das Potenzial von Reishi als Speisepilz hält sich wirklich in Grenzen, aber es gibt ja auch andere Wege, um den Allrounder zu sich zu nehmen. Als Präparat ist der Vitalpilz in Kapsel- oder Tablettenform weit verbreitet, aber auch das Pulver, das aus seinem Fruchtkörper gewonnen wird, ist auf dem Markt erhältlich. Mutige verzehren es pur, es kann aber zum Beispiel auch in einem Smoothie gegeben oder in ein Glas Wasser gerührt werden. Ganz traditionell wird Reishi als Tee getrunken.

Unser Tipp: Herbst und Winter ohne eine Tasse heißen Tee? Unvorstellbar! Deswegen gönnen wir uns die wohlverdiente Auszeit am liebsten mit Tee, bei dem für jeden etwas dabei ist – egal, ob du dir gute Laune im Alltag oder Genuss vor dem Schlafengehen gönnen möchtest.

Was ist bei Reishi zu beachten?

In der Regel gilt Reishi als gut verträglich, allerdings könnte es kurzzeitig zu Verdauungsstören kommen, wenn man mit der Einnahme gerade anfängt. Der Körper muss sich nämlich erst einmal daran gewöhnen. Wer sich für die Verwendung des Pilzes entscheidet, sollte aber auch bedenken, dass es sich hierbei in Deutschland um kein zugelassenes Arzneimittel, sondern eben um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt. Solche werden oft nicht unter definierten, standardisierten Bedingungen produziert und können sogar gesundheitsschädliche Stoffe und Pestizide enthalten.

Deswegen ist es umso wichtiger, sich vor dem Kauf genau mit dem Produkt auseinanderzusetzen und darauf zu achten, dass der Reishi aus kontrolliertem Anbau stammt. Auch die Kennzeichnung mit einem Siegel kann mehr Aufschluss bringen.

Wer Reishi tatsächlich zur Behandlung einer schwerwiegenden Krankheit verwenden möchte, sollte zudem beachten: Der Pilz ersetzt nicht die Schulmedizin. Außerdem ist nicht klar, ob gewünschte Wirkungen ins Gegenteil umschlagen oder es zu Wechselwirkungen in Verbindung mit anderen Medikamenten kommen könnte. Die mögliche Einnahme sollte deswegen vorab unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. 

Die Verbraucherzentrale hebt außerdem hervor, dass zwar viele Studien um Heilpilze wie Reishi existieren, dabei aber meist Zellkulturen oder Labortiere verwendet wurden. Deswegen können die Ergebnisse nicht einfach auf den Menschen übertragen werden. Reishi-Präparate dürfen hierzulande nicht zur Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten beworben werden.

Reishi: Fazit

  • Reishi ist ein Pilz, der aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist.
  • Er eignet sich weniger als Speisepilz und wird stattdessen als natürliches Heilmittel eingesetzt.
  • Unter anderem wird Reishi bei Schlafstörungen oder zur Stärkung des Immunsystems verwendet.
  • Auch wenn dem sogenannten Vitalpilz viele positive Effekte auf die Gesundheit nachgesprochen werden, ist der aktuelle Wissensstand rund um mögliche Wirkungen noch lückenhaft.

Artikel-Quellen

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  • Frey, A.: Reishi – Pilz mit Superkräften.
  • Verbraucherzentrale (2020): Vitalpilze für die Krebstherapie? https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitalpilze-fuer-die-krebstherapie-21060 [09.12.2020].